Sternstunden der Menschheit(人类的群星闪耀时)SCAN计划继续进行…第八章德语完整版放出…

第八章Heroischer Augenblick(英雄的瞬间)是本书最特殊的一个部分:因为全章都是以诗歌的体裁写成的.Stefan Zweig(斯蒂芬·茨威格)为后来的翻译者提出了一项艰巨的挑战,在老K目前所读到的译文中还没有能完整表达出原文意境的…幸亏偶可以直接看懂德语原文…不是在这里特别显摆了…依然感谢seraph大大!

Heroischer Augenblick

Dostojewski, Petersburg, Semenowskplatz

22. Dezember 1849

Nachts haben sie ihn aus dem Schlaf gerissen,

Säbel durchklirren die Kasematten,

Stimmen befehlen; im Ungewissen

Zucken gespenstisch drohende Schatten.

Sie stoßen ihn vorwärts, tief gähnt ein Gang,

Lang und dunkel, dunkel und lang.

Ein Riegel kreischt, eine Türe klirrt;

Dann spürt er Himmel und eisige Luft

Und ein Karren harrt, eine rollende Gruft,

In die er eilig gestoßen wird.

Neben ihm, hart in Eisen geschlossen,

Schwigend und mit verblaßtem Gesicht

Die neun Genossen;

Keiner spricht,

Denn jeder spürt,

Wohin der Karren ihn vorwärtsführt,

Und dass dies unten rollende Rad

Ihr Leben zwischen den Speichen hat.

Da hält

Der ratternde Karren, die Türe knarrt;

Durch das geöffente Gitter starrt

Sie ein dunkles Stück Welt

Mit trüb-verschlafenem Blicke an.

Ein Häuserkarree,

Die Dächer niedrig und schmutzig bereift,

Umschließt einen Platz voll Dunkel und Schnee.

Nebel umfloren mit grauem Tuch

Das Hochgericht,

Und nur um die goldene Kirche streift

Der Morgen mit frostig blutendem Licht.

Schweigend treten sie alle an.

Ein Leutnant liest ihren Urteilsspruch:

Tod für Verrat durch Pulver und Blei,

Tod!

Das Wort fällt wie ein wuchtiger Stein

In den frostigen Spiegel der Stille hinein,

Es klingt

Hart, als schlüge etwas entzwei,

Dann sinkt

Der leere Schall ins lautlose Grab

Der eisigen Morgenstille hinab.

Wie im Traum

Fühlt er alles mit sich geschehen

Und weiß nur, dass er jetzt sterben muss.

Einer tritt vor und wirft ihm stumm

Ein weißes, wallendes Sterbehemd um.

Ein letztes Wort grüßt die Gefährten,

Und heißen Blicks,

Mit stummem Schrei,

Küßt er den Heiland am Kruzifix,

Den der Pope ihm ernst und mahnend hinbietet;

Dann werden

Sie alle zehn, je drei und drei,

Mit Stricken an ihre Pfähle genietet.

Schon

Kommt ein Kosake eilig heran,

Die Augen ihm vor dem Gewehr zu verbinden.

Da greift – er weiß er: zum letzten Male! –

Der Blick vor seinem großen Erblinden

Gierig nach jenem kleinen Stück Welt,

Das der Himmel ihm drüben entgegenhält;

Im Frühschein sieht er die Kirche lohn:

Wie zum letzten seligen Abendmahle

Glüht ihre Schale,

Gefüllt mit heiligem Morgenrot.

Und er greift nach ihr mit plötzlichem Glück

Wie nach Gottes Leben hinter dem Tod…

Da schnürn sie ihm die Nacht um den Blick.

Aber innen

Beginnt das Blut nun farbig zu rinnen.

In spiegelnder Flut

Steigt aus dem Blut

Gestaltetes Leben,

Und er fühlt,

Dass diese Sekunde, die todgeweihte,

Alle verloren Vergangenheiten

Wieder durch seine Seele spült:

Sein ganzes Leben wird wieder wach

Der Offizier

Tritt vor, weiß flackt ein Papier,

Seine Stimme schneidet hell und klar

In die harrende Stille:

Der Zar

Hat in der Gnade seines heiligen Willens

Das Urteil kassiert,

Das in mildere Strafe verwandelt wird.

Die Worte klingen

Noch fremd: er kann ihren Sinn nicht erdenken,

Aber das Blut

In seinen Adern wird wieder rot,

Steigt auf und beginnt ganz leise zu singen.

Der Tod

Kriecht zögernd aus den erstarrten Gelenken,

Und die Augen spüren, noch schwarz verhängt,

Dass sie Gruß vom ewigen Lichte umfangt.

Der Profos

Schnürt ihm schweigend die Stricke los,

Zwei Hände schälen die weiße Binde

Wie eine rissige Birkenrinde

Von seinen brennenden Schläfen ab.

Taumelnd entsteigen die Augen dem Grab

Und tasten linkisch, geblendet und schwach

In das schon abgeschworene Sein

Wieder hinein.

Und da sieht

Er das gleiche goldene Kirchendach,

Das nun im steigenden Frührotschein

Mystisch erglüht.

Die reifen Rosen der Morgenröte

Umschlingen es wie mit frommen Gebeten,

Der glitzernde Knauf

Deutet mit seiner gekreuzigten Hand,

Ein heiliges Schwert, hoch in den Rand

Der freudig errötenden Wolken hinauf.

Und dort, aufrauschend in Morgenhelle,

Wächst über die Kirche der Gottesdom.

Ein Strom

Von Licht wirft seine glühende Welle

In alle klingenden Himmel empor.

Die Nebelschwaden

Steigen qualmend, wie mit der Last

Allen irdischen Dunkels beladen,

In den göttlichen Morgenglast,

Und Tönen schwillt empor aus den Tiefen,

Als riefen

Tausend Stimmen in einem Chor.

Und da hört er zum erstenmal,

Wie die ganze irdische Qual

Ihr brennendes Leid

Brünstig über die Erde hinschreit.

Er hört die Stimmen der Kleinen und Schwachen,

Der Frauen, die sich vergebens verschenkten,

Der Dirnen, die sich selber verlachen,

Den finsten Groll der immer Gekränkten,

Die Einsamen, die kein Lächeln berührte,

Er hört die Kinder, die schluchzenden, klagen

Und die schreiende Ohnmacht der heimlich Verführten,

Er hört sie alle, die die Leiden tragen,

Die Ausgesetzten, die Dumpfen, Verhöhnten,

Die ungekrönten

Märtyrer aller Gassen und Tage,

Er hört ihre Stimme und hört, wie sie

In einer urmächtigen Melodie

Sich in die offenen Himmel erheben.

Und er sieht,

Dass einzig das Leiden zu Gott aufschwebt,

Indes die andern das schwere Leben

Mit bleiernem Glück an die Erde klebt.

Aber endlos weitet sich oben das Licht

Unter dem Schwalle

Der steigenden Chöre

Von irdischem Leid;

Und er weiß, sie alle, sie alle

Wird Gott erhören,

Seine Himmel klingen Barmherzigkeit!

Über die Armen

Hält Gott nicht Gericht,

Unendlich Erbarmen

Durchflammt seine Hallen mit ewigen Licht.

Die Apokalyptischen Reiter entstieben,

Leiden wird Lust, und Glück wird zur Qual

Für den, der im Tode das Leben erlebt.

Und schon schwebt

Ein feuriger Engel bodenwärts

Und bohrt ihm den Strahl

Der heiligen, schmerzgeborenen Liebe

Tief und strahlend ins schauernde Herz.

Da bricht

Er ins Knie wie gefällt.

Er fühlt mit einmal die ganze Welt

Wahr und in ihrem unendlichen Leid.

Sein Körper bebt,

Weißer Schaum umspült seine Zähne,

Krampf hat seine Züge entstellt,

Doch Tränen

Tränken selig sein Sterbekleid.

Denn er fühlt, dass, erst seit

Er die bittern Lippen des Todes berührt,

Sein Herz die Süße des Lebens spürt.

Seine Seele glüht nach Marten und Wunden,

Und ihm wird klar,

Dass er in dieser einen Sekunde

Jener andere war,

Der vor tausend Jahren am Kreuze stand,

Und dass er, wie Er,

Seit jenem brennenden Todeskuß

Um des Leidens das Leben liebhaben muss.

Soldaten reißen ihn weg vom Pfahl.

Fahl

Und wie verloschen ist sein Gesicht.

Schroff

Stoßen sie ihn in den Zug zurück.

Sein Blick

Ist fremd und ganz nach innen gesenkt,

Und um seine zuckenden Lippen hängt

Das gelbe Lachen der Karamasow.

说起来老K正好有一本陀思妥耶夫斯基的《卡拉马佐夫兄弟》德文版,入手快10年了还没有翻过…瀑布汗…

要不您再点点这些...

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One comment

  1. 我最近开始学德语,意外发现这里,本来以外语为主题的博客就不多,德语的还是第一次见,
    想交换链接。^-^

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